..::Interview::.. Mary Cronos – Autorin von Nafishur und Grafikdesignerin

Willkommen
zum zweiten Teil von Marys Interview. Den ersten Teil des Interviews findet ihr
HIER.
Das
Interview fand am Samstag auf der Leipziger Buchmesse statt und es war eine
sehr nette und lustige Runde.
Mary Cronos
Nicole
Was war das für ein Gefühl, als du dein erstes und eigenes Buch in den
Händen hattest?
Mary Cronos: Ich weiß sogar noch ganz genau,
wo es war. Es war in Halle 2, da wo jetzt die Fantasy-Lesebühne stand, war
damals der Stand oder die Buchhandlung von Werkzeugs. Gegenüber war der Stand
vom Bundesamt für magische Wesen. Das war mein erster Stand, da hatte ich mir
einen Platz am Stand gebucht und mein damaliger Distributor, da war ich noch
nicht bei BOD, hat es nicht geschafft, sie rechtzeitig zu drucken. Ich wollte
sie vorher in Händen halten und mit zur Buchmesse nehmen. Der Donnerstag und
der Freitag gingen vorbei. Am Samstag kam eine liebe Freundin aus Berlin und
brachte mir die Bücher mit, da die Post es vorher nicht geschafft hatte. Meine
Freundin hatte mir eine SMS geschickt, dass sie jetzt da sei und die Bücher zum
Stand bringen würde. Zu der Zeit saß ich in einer Autorenrunde. Ich brach diese
mit einer Entschuldigung ab und flitze zum Stand, lief an ganz vielen Leuten
vorbei – es war ja Samstag – und dann hatte ich endlich die Bücher in den
Händen. Es war ein unglaubliches Gefühl.
Ich
bin froh, dass ich sie nicht erst als eBooks veröffentlich habe. Ich bin selbst
nicht so der eBook Leser. Ich habe die eBooks erst nach meinen Taschenbüchern
veröffentlicht. Die Bücher kamen im Frühling und die eBooks im Sommer – für die
Sommerleser, damit sie nicht die Bücher in den Urlaub mitschleppen müssen.

Lea: Es gibt ja mittlerweile mehr
Blogger und Leser, die erst mal auf eBook 
umgeschaltet haben – einfach wegen den Preisen. Meine erste Regel ist
immer, dass ich mir die eBooks kaufe und auch die Bücher. Ich möchte damit die
Autoren, besonders die Selfpublisher unterstützen, da sie darauf angewiesen
sind. Das ist mir sehr wichtig.
Mary Cronos: Es kommt uns auch immer zugute,
wenn ihr sie in Buchhandlungen kauft. Ich freue mich auch, wenn ich sie euch so
geben kann, aber in jeder Buchhandlung in Berlin, in der ihr bestellt, da sagt
der Großhandel: Okay, ich lagere jetzt zwei mehr ein als beim letzten Mal. Das
bedeutet: Ihr müsst nicht mehr warten, sondern meine Bücher liegen auf Lager.
Wenn ihr das also bestellt, ist es am nächsten Tag da.
Der einfachste
Weg sind oftmals die kleinen Buchhandlungen. Besonders wenn man einen persönlichen
Bezug dazu hat oder vielleicht sogar dort arbeitet.

Lea: Gibt es denn in Berlin einen
Buchladen, den du empfehlen kannst?
Mary Cronos: Ich bin ein totaler Dussmann
abhängiger Mensch. Ich habe mich noch nicht getraut, bei Dussmann nachzufragen,
ob sie Nafishur bei sich aufnehmen würden. Das ist mein persönlicher Wunsch,
also das Dussmann meine Bücher bei sich aufnimmt. Mein großer Masterplan ist,
sobald mein Verlagsbuch draußen ist, wo ich sagen kann: Ich bin Verlagsautorin
und damit eine sehr zuverlässige Autorin – dies ist ein Qualitätsurteil. Es
sind ja auch bekannte und große Verlage, die da interessiert sind. Wenn einer
von den Verlagen mein Buch raus bringt, kann es ja nicht so schlecht sein. Da
kann man ja dann auch das Risiko eingehen, die anderen Bücher mit in das Sortiment
reinzunehmen. Wenn also ein Verlagsbuch erscheint, werde ich mich auch trauen,
bei Dussmann nachzufragen.
Lea:
Wir haben Dussmann, wenn mich nicht alles täuscht, auch in der Friedrichstraße
und ich kaufe dort auch meine Bücher.
Mary
Cronos: Dies ist das gelobte Land und die Hölle gleichzeitig. Weil man danach
ein leeres Konto hat, aber eine schwere Tasche. Innerhalb des Buchladens ist
ein eigener Buchladen, zwei Etagen, der nur englische Bücher hat. Es ist doch
verrückt: Ein Buchladen und Buchladen.
Nicole: Was gefällt dir persönlich
besser. Taschenbuch oder gebundene Ausgabe?
Mary Cronos: Ich bin ein Hardcover-Fetischist.
Ich hätte auch gerne Nafishur als Hardcover, aber als Selfpublisher sind
Hardcover extrem teuer. Ich hätte mindestens 25/26 Euro verlangen müssen, nur
um einen Euro Gewinn zu haben.
Mein
Wunsch ist, wenn die Reihe komplett ist: Es wird zweimal 7 Bände geben, dann
habe ich vielleicht so viel Interesse erregt, dass ein Verlag kommt und die
Rechte für die Hardcover sichern will und sie machen daraus eine Sonderausgabe.
Lea: Mir ist aufgefallen, dass
einige Verlage – Drachenmond Verlag als Beispiel – nur Taschenbücher
veröffentlicht.
Mary Cronos: Das ist ja auch noch ein sehr
kleiner Verlag.
Lea: Wir haben uns heute zwei Bücher
am Verlagsstand gekauft, die wir optisch und inhaltlich sehr schön fanden.
Mary Cronos: Ich liebe die Cover vom Verlag,
muss ich ehrlich sagen. Ich bin ja auch Cover-Käufer durch und durch.  Die Covers im Drachenmond Verlag sind
wunderschön. Die vom Sternensand Verlag aber auch.
Lea: Da waren wir auch. Dort haben
wir uns auch zwei Bücher gekauft. Beim Drachenmond Verlag wollte ich eigentlich
nie Bücher kaufen, weil mir der Hype um diesen Verlag einfach zu heftig war.
Aber dann kam ein Buch von Andreas Dutter unter dem Pseudonym Olivia Mikula
raus und ich musste es mir kaufen.
Mary Cronos: Die Bücher selbst sind sehr
schön und auch so fantasievoll. Ich finde es toll, dass sie so vielen
Fantasyautoren ein Zuhause bieten. Gerade da viele große Verlage sagen: Fantasy
ist out, gerade Vampir-Fantasy würde niemand mehr lesen, es wäre out.
Lea: Das stimmt aber auch nicht. Ich
habe einige Vampirromane gelesen, die echt toll waren. Twillight habe ich als
ersten Roman gelesen, wo es um Vampire ging. Gefolgt von der Vampir Reihe von
Petra Röder und einem Buch von Sandra Florean. Als Neuestes habe ich einen
weiteren Vampirroman in meinem Regal von einer Selfpublisherin. Ich bin von
jedem Buch begeistert gewesen.
Nur
hatte das letzte Buch so viele Informationen, dass ich es nach der Hälfte abbrechen
musste. Dennoch bekam die Autorin eine gute Rezension, denn das Buch ist sehr
gut geschrieben.
Mary Cronos: Da fragt man sich: Ziehe ich es
noch in die Länge oder mache ich zwei Bücher daraus.
Die
beiden ersten Bände heißen „Prelodium – Vorspiel“. Dieses Prelodium sollte
eigentlich das Vorwort des ersten Bandes werden,  es hat um die 400 Seiten. Es hatte vorher 500
Seiten und durch die etwas größere Variante habe ich 100 Seiten eingespart und
bin beim gleichen Preis geblieben. Die nächsten beiden Bücher werden etwas
dicker und dadurch auch etwas teurer. Ich kann mich leider nicht so wirklich
kurzfassen.
Nafishur
fängt als Vampirroman an, geht aber in den High-Fantasy, den man nicht einfach
so auf zwei Seiten erklären kann. Deswegen auch die Einführungsbände. Die spielen
auf der Erde – in Paris. Da lernt der Leser die Figuren kennen und verstehen.
Die Leser lernen die Grundlagen, die für Nafishur wichtig sind. Bevor sie sich
dann auf die Reise begeben.
In
dem Buch kommt Latein vor, die in beiden Welten gesprochen werden.
Nicole: Wie stehst du zu langgezogenen
und ausführlichen Büchern?
Mary Cronos: Das ist schwer zu sagen. Wenn
es zu viel ist, wird es gähnend.  Es komm
aber auch immer auf die Szenerie an. Es gibt verschiedene Schreibtechniken:
Wenn die Szene spannend ist, müssen die Sätze etwas kürzer werden – dann muss
Action passieren. Wenn mein Charakter einen Vampir hinterher rennt, um ihn umzubringen,
dann achtet er nicht darauf, wie viele Säulen er passiert oder was um ihn herum
geschieht. Der achtet nur auf den Vampir und sieht vielleicht noch, dass da
vorne eine dunkle Straße ist, da sehe ich ihn nicht mehr richtig. Man muss sich
selbst einfach in diese Situation versetzten und dann überlegen: Was würde ich
wahrnehmen? Mehr sollte man dem Leser auch nicht an Informationen zumuten, denn
das ist dann irrelevant.
Wenn
er jetzt auf einer Parkbank sitzt und den Blick schweifen lässt, dann kann es
auch sein, dass er eine Biene auf einer Blüte sitzen sieht. Es kommt immer auf
die Szene an.
Nicole: Wenn du im nächsten Jahr deine
Bücher ausstellen könntest, würdest du Events starten? Signiertunden?
Mary Cronos: Ich mache gerne Lesungen und
Events, z.B. in Buchhandlungen. Ich kenne eine Büchhändlerin aus NRW in Witten,
die Buchhandlung Lehmkuhl, die unterstützen mich sehr. Sogar als noch nicht in
Aussicht stand, ob das mit der Agentur klappt. Sie haben mir immer wieder
Chancen für Lesungen gegeben und auch dafür, mein Buch dort auszustellen.
Gerade an Halloween hatte ich eine Lesung, die kombiniert war mit einem
Vortragsthema: „Selfpublisher oder Verlag“. Da hatten wir eine kleine
Diskussionsrunde und als Sahnehäubchen zum Schluss konnte man Muffins essen und
mir zuhören. Ich habe einige Freunde, die mich kulinarisch unterstützen – auch
mit Dekorationen.
Nicole: Wirst du auch auf der „Buch
Berlin“ sein?
Mary Cronos: Ich hoffe. Ich war als Besucher
immer da. Ich hab mir gedacht, dass ich hoffentlich diesmal auch die  Chance habe, eine größere Rolle zu tragen, einige
Lesung anzubieten und an einem Gemeinschaftstand zu wirken. Alleine an einem
Stand heißt auch: Man kommt nicht weg. Ich bin auch bei „Comic Cons“ in Berlin
und Dortmund. In Stuttgart bin ich diesmal als Gast, vielleicht wird es aber
danach was.
Ein
tolles Event auf dem ich bin ist das Festival Fantasia. Das ist in Schierke in
einer wahnsinnig tollen Atmosphäre. Wer Fantasy mag, muss das einfach mitmachen.
Es ist jetzt das zweite Mal. Es ist nur alle zwei Jahre. Es ist super toll, in
der man eine Geschichte erlebt. Jeder Besucher ist Teil einer Geschichte, an
der er mitwirkt. Ich habe da zwei Lesungen, Fotoshootings und Workshops.
Nicole: Wir bedanken uns für deine
Zeit. Wir werden deine Bücher lesen.
Mary Cronos: Ich hoffe sie werden euch
gefallen und ich habe eine kleine Überraschung:
Zwischen den Blättern sind kleine PR-Codes versteckt. Mein Buch ist ein wenig interaktiv.
Man kann also mit dem Handy oder dem Tablett die Codes einscannen und kommt auf
versteckte Seiten meiner Autorenseite, wo ihr Interviews von meinen Charakteren
und Bildern findet.
Ich
bin damals extra nach Paris geflogen, um alle Eindrücke, die  ich für das Buch brauche, zu sammeln.
Man
muss Fantasie nachempfinden können und daher war es mir wichtig, dass selbst
auch zu erleben.
Nicole: Eine Autorin mit viel
Leidenschaft.
Mary Cronos: Ja!
Lea: Dann vielen Dank Mary Cronos,
dass wir das Interview mit dir führen durften.
Nicole, Mary, Lea
So
meine lieben Leser, das ist das komplette Interview mit der lieben Mary
gewesen.
Solltet ihr Interesse haben, das Buch von Mary zu lesen, könnt ihr es hier kaufen.
Natürlich
ist Mary auch bei Facebook zu finden.
Ich
wünsche euch einen schönen Samstag.
Liebe Grüße

Lea 
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